Demütig

Christus erniedrigte sich selbst, um dich zu retten

Unsere Tochter Anna war drei. Es war ein sonniger Sommertag und wir gingen mit ihr in einen Freizeitpark. Es gab dort verschiedene Schaukeln, Trampoline, Karussells und sonstige Attraktionen. Anna entschied sich für einen Minizug mit einer Lok und Waggons auf einer schmalen Gleisbahn, der über einem dichten und grünen Rasen fuhr. Kinder nahmen in den Mini-Waggons Platz und auch Anna konnte einsteigen. Ich setzte sie auf einen Sitz, wo ich sie gut im Auge behalten konnte und trat dann zur Seite. Alle Kinder warteten voller Freude auf die beginnende “Reise”. Etwa eine Minute vor dem Start begann Anna plötzlich zu weinen, weil sie Angst bekommen hatte. Das entging auch den anderen Besuchern nicht. Die Zugführerin rief streng: “Der Zug fährt so lange nicht los, bis das Mädchen entweder abgeholt wird oder ein Elternteil mitfährt”.

FRAGE: Ahnt ihr, was weiter passiert ist?

Ich hatte nicht vor, Anna aus dem Zug zu nehmen, so stieg ich mit ein. Der MiniWaggon war so klein, dass ich mich regelrecht hineinzwängen und meinen Kopf zur Seite halten musste, weil ich in dem Mini-Waggon nicht aufrecht sitzen konnte. Außerdem war der Wagen bis auf den letzten Platz belegt. Ich umarmte Anna und das gab ihr Sicherheit, so dass sie sich beruhigte. Ich hingegen fühlte mich sehr eingeschränkt und bekam allmählich einen steifen Hals. Ich war achtundzwanzig und fiel unter diesen kleinen Kindern, für die der Zug eigentlich gedacht war, sehr deutlich auf. Ich fühlte mich auch wegen so manchen kritischen Blicken anderer Eltern, die hinter der Absperrung standen, etwas unwohl. Einige schauten mit Erstaunen und schüttelten den Kopf, die Anderen machten sich lustig, nur meine Frau sah mich ermutigend an, was mich in meiner Entscheidung, bis zu Ende mitzufahren, ermutigte. Die Waggon-Türen wurden verriegelt und der Zug nahm langsam Fahrt auf. Die Räder quietschten und ich konnte es regelrecht spüren, wie die dünnen Schienen unter meinem Gewicht nachgaben. Meine Anwesenheit unter diesen kleinen Kindern muss von der Seite etwas gewöhnungsbedürftig ausgesehen haben, aber das berührte mich nicht mehr. Ich fühlte mich selbst wieder wie ein Dreijähriger. Die Welt dieses Freizeitparks war für einen kurzen Moment meine Realität geworden. Ich sah die kleinen Fahrgäste an und merkte, dass sie mich auch sehr aufmerksam beobachteten. Ich lächelte nur und versuchte, sie zu ermuntern. Der Zug drehte einige Runden und kam zum Stehen. Für die Kinder war es eine “Weltreise”, für mich – eine Demütigungsrunde, wenn nicht eine Schande.

Ich stieg aus. Die kleinen Kinder wurden von ihren Eltern empfangen, Anna und ich – von meiner Frau. An dem Tag habe ich Gottes Demut in seiner Menschwerdung aus einer etwas anderen Perspektive gesehen. In der Nacht im kleinen Städtchen Bethlehem hat sich der Sohn des Königs des ganzen Universums – Jesus Christus – erniedrigt und wurde wie wir – ein Mensch:

„… sondern er (Christus) entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen; und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz.“ (Philipper 2,7-8, Schlachter 2000)

Der menschliche Körper wurde einem Gefängnis gleich und begrenzte den Gottessohn. In den Augen der Engel, Erzengel und Cherubim wurde dieser Gottessohn sogar anfänglich auf eine kleine Zelle im Körper der Maria reduziert – er wurde Mensch! Und das alles – um am Kreuz für meine und die Schuld aller Menschen zu sterben! Ehre, Lob, Verherrlichung und Anbetung sei dem gewaltigen und Allmächten Gott, gleichzeitig jedoch demütigen und nicht stolzen Herrn des Himmels und der Erde!

GEBET: Betet Gott an, indem ihr über seine Demut und Sanftmut nachdenkt! Dankt ihm dafür, dass er es für uns erduldet hat!

platziert von Sergey Sologub
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„… sondern er Christus entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen; und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz.“ Philipper 2,7-8, Schlachter 2000
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